Bordleben

Alles in allem dauerte die Überfahrt von den Azoren nach Jersey 12 Tage. Immer wieder werde ich gefragt, ob bei so vielen Tagen auf See nicht etwa Langeweile aufgekommen sei. Besonders hier in den Philippinen scheint es, dass man sich nur schwer vorstellen kann, dass eine solche Reise voller Faszination ist, die Tage ausgefüllt sind und die Zeit nur so verflogen ist.

Als Passagiere und freiwillige Mitsegler hatten wir die Gelegenheit, die „Eye“ zu steuern. Dies stellte anfänglich eine gewisse Herausforderung dar und unter vollen Segeln konnte es mitunter in recht harte Arbeit „ausarten“……:-) 😉 .

Bei Segelmanövern war schweisstreibende Mitarbeit angesagt.

Während der Überfahrt wurde auf das modernen GPS verzichtet und nach traditioneller Methode mit dem Sextanten und dem Log navigiert – sehr interessant auch für die mitfahrenden Passagiere.

Im Kartenraum konnte man sich davon überzeugen, dass die „Eye“ mit allen modernen Instrumenten ausgerüstet ist, um eine sichere Fahrt zu gewährleisten.

Ein Blick auf die Positionsangabe bestätigte, dass die Abweichung zwischen der traditionellen Navigation und dem GPS nur unbedeutend war.

Besichtigung des Maschinenraums: Engineers John’s Stolz. Neben dem grossen Diesel, zwei Generatoren, einer Wasseraufbereitungs-Anlage und verschiedenen Pumpen stellen sowohl eine Heizung als auch ein Airconditioner sicher, dass in der Galley und in den Kabinen angenehme Temperaturen herrschen. Letzterer war während unserem Törn absolut nicht gefragt, war es doch eher kühl bis kalt.

Meist war man sowohl tagsüber und manchmal auch während der Nacht auf der Brücke und konnte sich entweder mit den wachhabenden Crewmitgliedern oder den Mitpassagieren über Gott und die Welt (und das Segeln) unterhalten. Manch ausgiebige Diskussion hätte Lösungsansätze für (fast) alle Probleme dieser Welt ergeben, aber eben nur fast…….. 😉 .

Beim Fischen blieb es beim Versuch. Wohl zogen wir während fast des ganzen Törns eine Leine mit – der Erfolg blieb jedoch aus und der Fisch, der zum Essen aufgetischt wurde, kam aus dem Tiefkühler.

Es war aber auch gut möglich, die Seefahrt einfach zu geniessen und sich in eine interessante Lektüre zu vertiefen.


Die Seefahrt macht offensichtlich hungrig. Amaya, unsere Köchin aus Spanien, wusste sowohl die Passagiere als auch die Crew mit ausgezeichnetem Essen zu verwöhnen. Ihre mit viel Liebe zubereiten Gerichte mit mediterranem Touch fanden grossen Zuspruch und viel Lob.

Bild ex https://www.eyeofthewind.net/de/schiff/galerie/schiff

Jeden Tag wurde überdies frisches, schmackhaftes Brot gebacken. Das mundete allen dermassen gut, dass es ganz sicher nie alt wurde.

Nach dem Mittagessen nahm sich Skipper Richard jeweils die Zeit, um den Gästen anhand der Seekarte aufzuzeigen, welche Distanzen zurück gelegt wurden. Die Wetterkarten, welche von verschiedenen Wetterstationen per Fax übermittelt wurden, bildeten die Basis für die Strategie, wie sich die Weiterfahrt gestaltete.

Kurz: Jeder Tag brachte neue, interessante Situationen – es gab viel zu Sehen und zu erleben, sodass die 12 Tage auf See überaus kurzweilig waren.