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Bericht Nummer 394 - 01. April 2017 | Drucken |  E-Mail

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Ostwärts – von Kinshasa zum Indischen Ozean
August 1971
Teil 3 – Mit dem Lastwagen in drei Tagen von
Bunia via Beni, Butembo nach Goma am Kivusee

In Bunia konnten wir mit dem griechischen Händler und Transportunternehmer Tsaknakis die Weiterfahrt entlang der ugandischen Grenze durch die Bergregion des Nord-Kivus organisieren.

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Mit einem mit über 5.5 Tonnen Kaffee schwer beladenen Camion ging es auf die unvergessliche Reise. Fahrer Jean brachte uns in drei Tagen auf prekärer Strasse heil nach Goma, unterstützt von einem „Co-Piloten“ und einigen weiteren Passagieren, die auf der Ladefläche mitfuhren.

Die rund 600km lange Strecke hatte es in sich! Für die damaligen Verhältnisse und zu der Jahreszeit galt die Piste zwar als relativ gut befahrbar. Nach der Regenperiode wird die Strasse jeweils in Stand gestellt. Wir waren mitunter die ersten, welche unterwegs waren.

Bereits wies die Strasse aber zum Teil schwer überwindbare Hindernisse auf. Mit Pickel und Schaufel galt es, die Löcher soweit aufzufüllen, um ein Durchkommen zu ermöglichen. Über lange Strecken betrug unser Stundendurchschnitt lediglich 14KM!

Einmal blieben wir gar für 4 ½ Stunden stecken. Zum Glück waren wir nicht die einzigen, die unterwegs waren. Nach einiger Wartezeit erreichten zwei weitere Lastwagen die durch uns blockierte Strasse. Deren Fahrer und Passagiere halfen, uns aus der misslichen Lage zu befreien. Danach ging es im Konvoi weiter.

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Um zum Video zu gleangen, auf das Bild oder hier klicken.

Zu der Zeit waren die Strassen generell in schlechtem Zustand. Jeder Lastwagen, welcher für sein Durchkommen die Piste „bearbeiten“ musste, vergrösserte und verschlimmerte die Situation. Nach kurzer Zeit fanden die nachfolgenden Camions riesige, zum Teil wassergefüllte Löcher vor, wie die nachfolgenden Bilder aus dem Netz bezeugen

Laughing

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Bericht Nummer 393 - 25. März 2017 | Drucken |  E-Mail

 

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Ostwärts – von Kinshasa zum Indischen Ozean
August 1971
Teil 2 – Von Kisangani ins Grenzgebiet zu Uganda

Von Kisangani ging es per Lastwagen weiter. Die Fahrt zur Hauptstadt der Provinz Ituri, Bunia, nahm zwei Tage in Anspruch und führte in weiten Teilen durch den Ituri-Regenwald.

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Leider konnten wir das Okapi-Wildreservat am Epulu-Fluss nur ganz kurz in Augenschein nehmen, war die Zeit doch bereits weit vorgeschritten und die Lichtverhältnisse im Wald erlaubten keine Filmaufnahmen. Frown

Unser erstes Ziel war eine amerikanische Missions-Station, die von (offensichtlich extremen) Protestanten betrieben wurde. Wir wollten mit Pygmäen im Ituri-Regenwald in Kontakt kommen. Die amerikanischen Missionare waren aber alles andere als gastfreundlich und betrachteten uns eher als Eindringlinge und Störenfriede. Sie verhinderten eine Begegnung mit den Pygmäen aus uns unerklärlichen Gründen. Wir verbrachten deshalb nur die eine Nacht in dieser Mission. Im Gegensatz zu katholischen Missionen, die wir im Normalfall besuchten und dort immer aufs Herzlichste empfangen und bewirtet wurden (der Messwein lässt grüssen…. Laughing) war dies ein echtes Negativ-Erlebnis und eine Enttäuschung.

Anderntags ging es per „Camion-Stop“ weiter nach Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri.

Dort angekommen, mussten wir uns um den Weitertransport kümmern. Interessant, dass zu der Zeit die Feinverteilung der Güter im Westen des Kongos durch Portugiesen, im Osten durch Griechen sicher gestellt wurde. Der Grieche Tsaknakis ermöglichte uns, die Fahrt in Richtung Goma mit einem seiner Lastwagen.

Auf dem Weg unternahmen wir einen Abstecher zum Albert-See. Dieser gehört, wie auch der Edouard-See zu den „Grossen Afrikanischen Seen“.

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Am Albert-See hatten wir ein Erlebnis der besonderen Art, kamen doch die Dorfbewohner von einer erfolgreichen Jagd auf Nilpferde zurück und zerlegten diese grossen Tiere direkt im Wasser. Ob diese Jagd legal war, bleibe dahingestellt…… Wink. Auf unsere Frage, wie wohl Hippo-Fleisch schmecke, bekamen wir die Antwort: „Comme de l‘éléphant, Monsieur“…...Laughing

Ein weiterer Abstecher zum Edouard-See brachte uns zu einer Fischerei, wo der jeweilige Fang luftgetrocknet und so haltbar gemacht wird.

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Um zum Video zu gelangen auf das Bild oder hier klicken

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Bericht Nummer 392 - 18. März 2017 | Drucken |  E-Mail
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Ostwärts – von Kinshasa zum Indischen Ozean
August 1971
Teil 1: Region Kisangani/Fischer von Lokele & Wagenia

Nach Beendigung meines zweiten Kongo-Kontraktes trat ich zusammen mit einem Arbeitskollegen eine aussergewöhnliche Heimreise an, die mich zunächst nach Kisangani (vormals Stanleyville) inmitten des afrikanischen Urwaldes brachte.

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Von dort aus ging es per Camion weiter quer durch den Ituri-Regenwald zur Grenzstadt Bunia im Nordosten des Kongos am Albertsee, dann parallel zur ugandischen Grenze gegen Süden nach Goma am Kivusee. Nach einem Grenzübertritt nach Ruanda, einem Charterflug nach Kigali und von dort mit der East-African Airways via Entebbe nach Nairobi.

Ein Safari-Trip durch verschiedene Pärke Kenias und die anschliessender Bahnfahrt von Nairobi nach Mombasa beendete den Afrika-Trip zum Indischen Ozean.

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Der Flug in einer in die Jahre gekommenen DC-4 über den damals unendlich erscheinenden Urwald von Kinshasa nach Kisangani war ein unvergessliches Erlebnis.

Ein erster Höhepunkt der Reise war der Besuch der Fischer des Lokele Stammes in der Nähe von Kisangani. Am gegenüberliegenden Ufer des Kongo-Flusses kommen diese Fischer jeweils an Markttagen zusammen. Sie leben samt ihren Familien in ihren Pirogen auf dem Wasser.

Einige Kilometer Fluss aufwärts kommt man zu den Stromschnellen der Stanley-Fälle (heute Boyoma-Fälle). Hier haben die Wagenia-Fischer ihr eindrückliches Reusensystem gebaut. Die in den mitunter reissenden Strömung errichteten Holzkonstruktionen werden ausschliesslich mit Lianen zusammen gebunden. Die Strömung treibt die Fische in die kunstvoll gestalteten Reusen.

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Bericht Nummer 391 - 11. März 2017 | Drucken |  E-Mail

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Reise nach Angola – April 1971
Luanda und die Wasserfälle von Duque do Bragança


Im April 1971 unternahm ich zusammen mit zwei Kollegen eine Reise nach Luanda in Angola.

 

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Um zum Film zu gelangen auf das Bild oder hier klicken

Während dieser Zeit herrschte in Portugals Kolonie ein blutiger Bürgerkrieg. Dies bekamen wir aus erster Hand zu spüren, als wir vom kongolesischen Grenzstädtchen Noqui aus die Grenze zum Nachbarland überquerten. Die Gegend wurde von den Rebellen als Rückzuggebiet genutzt und galt als nur bedingt sicher. Deshalb wurden wir von einer schwer bewaffneten Militärpatrouille übernommen, die uns sicher zum Fluglatz geleitete. Von dort aus ging es per Flugzeug in rund anderthalb Stunden nach Luanda, der Hauptstadt Angolas.

 

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Bild ex Google-Maps

Damals war Luanda noch fest in portugiesischen Händen. Im Gegensatz zu Kinshasa präsentierte sich Luanda als „weisse“ Stadt, sehr modern und pittoresk an einer Lagune gelegen, mit Hochhäusern und einem Geschäfts-Zentrum, das einer europäischen Stadt in keiner Weise nach stand. Es schien, als gebe es keinen Unterschied zwischen Weiss und Schwarz – weisse Taxifahrer, schwarze Buschauffeure und weisse Kondukteure, weisse Bedienung im Restaurant waren durchaus die Norm. Dieses Miteinander beeindruckte uns damals. Vordergründig eine positiv wirkende Situation.

 

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Mit einem Mietwagen unternahmen wir eine Tour durch den Busch zu den rund 500km entfernten Duque do Bragança Wasserfällen (heute Kalandula Fälle), die wir bei Einbruch der Dunkelheit erreichten. Wir staunten nicht schlecht, als wir ein kleines, aufs Modernste und Komfortabelste eingerichtete Hotel vorfanden, das sich direkt gegenüber der einzigartigen Wasserfälle befand (dieses Hotel existiert heute offensichtlich nicht mehr). Von den Zimmern und der Terrasse des Hotels genoss man eine eindrückliche Aussicht auf die im halbrund über eine rund 100 Meter hohe Felswand stürzenden Wassermassen. Ein unvergessliches Erlebnis!

 

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Um zum Film zu gelangen auf das Bild oder hier klicken

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Die Duque do Bragança Wasserfälle sind für mich mitunter die schönsten, die ich je gesehen habe.

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